Chronik (Kurzform)
Kurzchronik des Schützenvereins Neuenlandermoor (1926–2026)
1926 wurde der „Kleinkaliber-Schießverein Neuenlandermoor, Langendammsmoor und Umgebung“ mit 33 Mitgliedern in der Gaststätte Wolle gegründet. Erster Vorsitzender war Friedrich Tietje. Geschossen wurde auf einem einfachen Erdwallstand unter freiem Himmel auf dem Gelände des Vereinswirtes Wolle. Noch im Gründungsjahr fand das erste Schützenfest statt.
1933 trat der Verein dem „Reichsverband Deutscher Kleinkaliber-Schießverbände“ bei und nahm an ersten Vergleichs- und Pokalschießen teil. 1939 kam der Vereinsbetrieb durch den Zweiten Weltkrieg zum Erliegen.
Im Jahr 1950 erfolgte die Wiedergründung mit 28 Mitgliedern unter der Leitung von Friedrich Tietje und Friedrich Mehrtens. Die erste Vereinsfahne wurde im Jahr 1952 geweiht. Da kein fester Schießstand vorhanden war, musste zu jeder Veranstaltung provisorisch eine Schießanlage erstellt werden. Explosivstoffwaffen waren verboten und so fanden die Wettkämpfe ausschließlich mit Luftgewehr auf Zwölferringscheiben statt. Der Jahresbeitrag betrug damals 4,00 DM und der Eintritt zum Schützenball, der auf Wolles Diele stattfand, betrug 1,49 DM (ab 1,50 DM hätte “Lustbarkeitssteuer” entrichtet werden müssen). 1956 wurde dem Verein die Erlaubnis erteilt, wieder mit Explosivstoffwaffen (Kleinkaliber) schießen zu dürfen und so beschloss der Verein den Bau einer überdachten Schießanlage für Luftgewehr und Kleinkaliber.Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Trainingsmöglichkeiten in der alten Schule oder in der Werkstatt der Zimmerei Tietje geschaffen.
Im Jahr 1966 trat der Verein dem „Deutschen Schützenbund“ bei.
Der Grundstock des neuen Schießstandes 1969 bestand aus einer aus Weddewarden stammenden Holzbaracke, die dem amerikanischen Militär zu Wohnzwecken gedient hatte. Sie wurde abgebaut und auf dem Gelände des Gasthofes Wolle wieder aufgebaut. Im Jahr 1974 entstanden in Eigenleistung die ersten Seilzuganlagen für das Kleinkaliberschießen.
1971 wurde die Damenabteilung gegründet und belebte die rege Vereinstätigkeit. Sie errangen seither zahlreiche Plaketten und Pokale. 1973 folgte die Gründung der erfolgreichen Jugendabteilung.
Mitglied im Kreis- und Landessportbund wurde der Verein im Jahr 1979.
1982 erfolgte die Umbenennung in „Schützenverein Neuenlandermoor e.V.“
Ein neuer Luftgewehrstand konnte im Jahr 1984 eingeweiht werden. So wurden für die damalige Zeit die bestmöglichen baulichen Voraussetzungen für das Ausüben des Schießsports geschaffen.
Für den sportlichen Aufschwung sorgten in erster Linie mit ihrem leidenschaftlichem Engagement die damals für die Jugendarbeit verantwortlichen Übungsleiter Horst Tietje und Kuno Kück. So nahm im Jahr 1982 mit Ute von Oesen erstmals eine Schützin des Vereins an den Deutschen Meisterschaften teil. Seither ist der Verein regelmäßig und erfolgreich in München vertreten.
1989 war ein herausragendes Sportjahr mit zahlreichen Kreis-, Bezirks- und Landesmeistern. Hergen Tietje erreichte bei den Deutschen Meisterschaften einen dritten Platz im LG-Dreistellungskampf. 1990 errang die Jugendmannschaft mit den Sportschützen Hergen Tietje, Patrick Halbroth und Sven Haverkamp eine erste Goldmedaille bei den Deutschen Meisterschaften.
1991 wurde die Damen-Freihandmannschaft Landesliga-Meister. Im selben Jahr erhielt der Verein das „Grüne Band für vorbildliche Talentförderung“ des Deutschen Sportbundes.
Ein Meilenstein war der Neubau der Schützenhalle im Jahr 1993 am heutigen Standort mit 10 LG und 8 KK Ständen. Vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung vergingen genau dreihunderteinundsiebzig Tage. Dies wurde möglich vor allem dank freiwilliger Helfer, die anpackten, wann immer es nötig war. Die sprichwörtliche Dorfgemeinschaft lebte in dieser Zeit sichtbar auf. Gleichzeitig wird seither der Gebäudetrakt während der Theatersaison auch von der Speeldeel Langendammsmoor für ihre Theateraufführungen genutzt. 1996 kam der Anbau der Feuerwehr Schwegen hinzu und der Standort hat sich zum als Ortsgemeinschaftszentrum als Treffpunkt des Ortes entwickelt. Bis heute unterstützen sich die Vereine gegenseitig.
Die Damenmannschaft stieg in der Disziplin LG-Freihand 1994 in die Bundesliga Nord auf.
1997 entstand eine Armbrustabteilung mit ersten Erfolgen bei den Deutschen Meisterschaften.
Marcel Handrick war der erste Sportschütze des Vereins, der sich für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte und holte im Jahr 2017 bei den Weltmeisterschaften in Kroatien in der Disziplin Armbrust 10m die Bronzemedaille. Eine weitere Medaille in Gold für Deutschland holte sich Klaus Denks im Jahr 2019 mit der Mannschaftswertung in der Disziplin Armbrust 30m bei den Weltmeisterschaften in Russland. Mehrere Vereinsmitglieder schafften es in den Armbrustdisziplinen in den Nationalkader. In den Armbrustdisziplinen schießen die Sportler in der 1- und 2. Bundesliga, Hier werden die Wettkämpfe als Fernwettkämpfe ausgetragen. Das Finalschießen findet dann während der Deutschen Meisterschaften statt.
Bei den Liga-Wettkämpfen war bzw. ist der Schützenverein Neuenlandermoor bei den Wettkämpfen innerhalb des Lunebundes, der Kreisliga des Schützenkreises Wesermünde-Süd, in der Bezirksliga des Bezirksschützenverbandes Bremerhaven/Wesermünde und auch in der Landesliga des Nordwestdeutschen Schützenbundes vertreten in den Disziplinen LG Auflage und Freihand.
Seit der ersten Teilnahme im Jahr 1982 erzielten die Vereinsmitglieder des SV Neuenlandermoor bei den Deutschen Meisterschaften 7 Goldmedaillen, 5 Silbermedaillen und 13 Bronzemedaillen und darüber hinaus noch viele Top Ten Platzierungen und beweist immer wieder, dass Größe nicht alles ist.
Seit den 2010er Jahren wurde die Schießanlage schrittweise technisch modernisiert. 2016 kamen elektronische Anlagen für Luftgewehr dazu, 2026 folgten die elektronischen Anlagen für Kleinkaliber und somit wurde die vollständige Umstellung auf digitale Zielerfassung auf allen Ständen abgeschlossen. Damit verfügt der Verein heute über einen der modernsten Schießanlagen in der Region.
Wenn man ein Vereinsjahr Revue passieren lässt, merkt man schnell: So modern die Halle inzwischen glänzt und so sportlich die Schützen unterwegs sind - ohne Tradition wäre das alles nur halb so schön. Und genau diese Mischung aus Fortschritt und Brauchtum macht das Vereinsleben lebendig. Neben den beiden Preisschießen, einem Skat- und Knobelabend gibt es einen Familienwandertag für Jung und Alt und natürlich das heißgeliebte traditionelle Schützenfest. Veranstaltungen, die zeigen, warum Tradition so wichtig ist.
Wie vorherige Generationen auch können sich die derzeitigen Vorstandsmitglieder auf engagierte Mitglieder verlassen und auch die Ehrenvorstandsmitglieder stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Der Schützenverein Neuenlandermoor in der Ortschaft Schwegen (rd.250 Einwohner) mit seinen rund 175 Mitgliedern blickt mit Stolz auf seine Geschichte und die schwierigen Anfänge zurück. Gleichzeitig richtet der Verein den Blick mit Zuversicht und Tatkraft auf die Zukunft.
- Vorsitzende: Friedrich Tietje (1926 bis 1939, 1950 -1957), Wilhelm Meyer (1958 - 1967), Willi Nackenhorst (1968 - 1978), Heinz Ohlsen (1979 - 1981), Horst Tietje (1982 - 2008), Hergen Tietje (2009 - 2019), Ute von Oesen (2020 - heute)
Quellen: Chronik des SV Neuenlandermoor in “Kennt ji dat Dörp Schwegen?” sowie eigene Recherchen und Aufzeichnungen